AGS: Arbeitsgemeinschaft Selbständige in der SPD

70. Meisterfeier der HWK Düsseldorf

Veranstaltungen

Quelle: Wilfried Meyer; Abdruck honorarfrei

Die 70. Meisterfeier zu Ehren der 846 Jungmeisterinnen und Jungmeister des Jahres 2019 präsentierte sich als 

Treffpunkt Handwerk 2019

am 12. Mai im CC Düsseldorf.

Eingeladen hatten Andreas Ehlert (Präsident) und Dr. Axel Fuhrmann (HgF der HWK Düsseldorf). 

Das Grußwort sprach Thomas Geisel (OB der Landeshauptstadt)

Die Festrede hielt Armin Laschet (NRW- Ministerpräsident).

Die AGSNRW wurde durch ihren Ehrenvorsitzenden André Brümmer als einem der Ehrengäste vertreten.

 

Die Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf hat eine lange Tradition: Bereits zum 70. Mal trafen sich die „ frisch gebackenen“ Jung- Meisterinnen und Meister, ihre Angehörigen und zahlreiche geladene Gäste zur Meisterfeier. 

Die Musiker der Jazz-Rock-Pop-Band des Landespolizeiorchesters NRW hatten die Gäste schon in Stimmung gebracht, soweit es dazu für die 846 JungmeisterInnen bedurft hätte. Denn es galt, ihren Ehrentag zu feiern: Mit viel Einsatz und Ehrgeiz, verbunden mit Verzicht hatten die jungen Menschen einen großen Schritt in Richtung ihrer beruflichen Zukunft getan: Sie hatten in den verschiedensten Gewerken ihre Meisterprüfung abgelegt. Das würdigte besonders der Präsident der Handwerkskammer zu Düsseldorf, Andreas Ehlert in seiner Begrüßungsrede.

"Aus einer Idee kann alles werden", so Ehlert, "wenn man die Hände aus den Taschen nähme". 846 "Könner" hätten das bewiesen und "die schönste Form von Eigentum geschaffen: Bildung!  

Als Vertreter des Handwerks begrüßte Ehlert insbesondere Hans Peter Wollseifer (Präsident des ZDH) und Felix Kendziora (Vizepräsident des WHKT ). Er würdigte auch die Teilnahme zahlreicher Vertreter aus Wirtschaft und Politik, namentlich Jürgen RüttgersArmin Laschet und Thomas Geisel. Dabei konnte sich Ministerpräsident Laschet über die vielen Fleißkärtchen freuen, die Präsident Ehlert der Landesregierung spendierte.

Andreas Ehlert sprach aber auch bestehende Probleme an. Zur Bildungspolitik forderte er "Ausbildungsreife von Schulabgängern" und betonte die Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung. Bildungszentren seien unterfinanziert.

Der Kammerpräsident freute sich über den hohen Anteil von 50% der Meister-Absolventen, die eine Gründung zum Ziel hätten. Dies sei der höchste Wert seit 10 Jahren. Die schaffe im Schnitt 5-7 Arbeitsplätze pro Gründung.

Kritik übte Ehlert an der Bundesregierung. Sie sei „weit weg von den Problemen des Landes". Auch die Europa- Wahl wurde thematisiert. Die EU stehe für Sicherheit und Freiheit, sie sei "ein Raum für Vielfalt und Wettbewerb

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel sprach im Anschluss ein Grußwort, was vom Umfang her eher zum Referat geriet. Der OB habe, so berichtete er, selber familiäre Wurzeln im Handwerk. Geisel hob den Wert des Meister- Abschlusses hervor, der „ein Wertpapier sei, dass den Weg in Startups und die Übernahme von bestehenden Unternehmen ermögliche"

Geisel hob die Aufgabe der Kommunen hervor, sich für neue, sanierte und erweiterte Berufskollegs einzusetzen. Das Handwerk müsse in bezahlbaren Räumen leben und arbeiten. Auch Mobilität müsse gewährleistet sein. Düsseldorf sorge für günstige Parkausweise für das Handwerk. Als OB habe er stets "die Interessen des Handwerks im Auge".

Von der Politik in Brüssel forderte er die strikte Einhaltung des Subsidiaritätsprinzips. Die Regelungsdichte sei ein Problem. Es fehle der EU auch zu oft an einer gemeinsamen Stimme. Geisels Forderung: Wir wollen EUROPÄER im Europäischen Parlament haben!

Eine besondere Bedeutung hat auf den Meisterfeiern traditionell die Festansprache. Als Festredner wirkten in der Vergangenheit zahlreiche Spitzenpolitiker mit wie Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Gerhard Schröder und Helmut Kohl. Auch die jeweiligen NRW- Ministerpräsidenten finden gerne den Weg zur Meisterfeier. Nach z. B. Johannes Rau, Peer Steinbrück und Hannelore Kraft war nun Armin Laschet als Festredner geladen.

Der schloss sich den Glückwünschen seiner Vorredner an und benannte die Doppelfunkton der Meisterfeier: Es werde eine „Regierungserklärung des Handwerks" und die Abschlussfeier der jungen Meisterinnen und Meister miteinander verbunden. Laschet lenkte den Blick auf die erste Meisterfeier, begangen zu Ostern 1949. Die in der Zeit begründete Soziale Marktwirtschaft habe sich als Wegweiser in die Zukunft erwiesen: Vertrauen auf den Markt statt Regelung durch den Staat. Er setze auf die Tugend der Eigenverantwortung.

Es folgte eine längere Auflistung zu der aus Laschet´s Sicht erfolgreichen Regierungsarbeit von CDU/FDP in Düsseldorf. Er nannte dabei die Fortsetzung des  Meister- Bafögs (Anmerkung: Von der SPD 2001 initiiert!) und das (geplante) AzuBi- Ticket. Ein Vorhaben im Rahmen der „Entfesselungs- Kampagne" sei ein „bürokratiefreies“ Jahr für Gründer. Regeln seien einzuhalten, aber auch abzuschaffen, wo sie nicht mehr gebraucht werden.

Es folgte ein Beitrag zu drohenden Fahr- Verboten (Anmerkung: In Teilen arg populistisch geraten und Mitverantwortung komplett auslassend).

Erfreulich umfangreich äußerte sich Laschet zu Europa: Das Verständnis unter Nachbarn ist nicht selbstverständlich! Und an Euro-Kritikerund Populisten  gerichtet:  "Wir lassen uns dieses Europa nicht kaputt machen".

Der Ministerpräsident schloss mit dem traditionellenAusrufGott schütze das ehrbare Handwerk!

Zum Höhepunkt der Veranstaltung wurden einer Auswahl von Absolventen der Meisterprüfung die Meisterbriefe überreicht.  Die jungen Meisterinnen und Meister wurden in einem Video- Clip einzeln vorgestellt. 

Nach dem Schlusswort von Präsident Ehlert gab es bei einem Imbiss und Getränken noch Gelegenheit zu Gesprächen und Informationen zur Jugend- Organisation des Handwerks.

Die AGSNRW beglückwünscht ebenfalls die JungmeisterInnen und hofft darauf, dass sich aus diesem Kreis zahlreiche Absolventen auf den Weg in die Selbständigkeit machen, sei es als Nachfolger oder als Neugründer.