AGS NRW

Deutschland braucht Gründungen

Arbeit und Wirtschaft

"Selbständigkeit attraktiv gestalten": Gründungspolitik aus Sicht des Handwerks

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) informiert in der September- Ausgabe seines Info- Dienstes ZDH-Kompakt über notwendige Gründungspolitik:

"Gesamtwirtschaftlich, aber auch im Handwerk, sind die Gründungszahlen seit Jahren rückläufig. Einer zielgerichteten Förderung von Gründungen kommt daher wirtschafspolitisch und gesellschaftspolitisch ein hoher Stellenwert zu. Was dazu aus Sicht des Handwerk im Einzelnen zu tun ist, darüber informiert beilegendes ZDH-Kompakt."

HINTERGRUND

Pro Jahr werden im Handwerk über 70.000 Unternehmen gegründet und mehr als 9.000 Betriebe übernommen. Wie in der Gesamtwirtschaft sind allerdings auch die Gründungszahlen im Handwerk seit einigen Jahren rückläufig. Auf- grund der sich abzeichnenden demografischen Entwicklung und des anhalten- den Trends zur Akademisierung ist absehbar, dass sich die Zahl der potenziel- len Gründer und Übernehmer und in der Folge die Zahl der Gründungen und Übernahmen – unabhängig von der Konjunkturlage – weiter verringern wird. Dies kann zu einer Schwächung der Wirtschaftskraft und in einzelnen Regionen sogar zu einer Mangelversorgung mit handwerklichen Leistungen für private, öffentliche und betriebliche Nachfrager führen. Um eine ausreichende Zahl von Gründungen und Übernahmen auch in Zukunft sicherzustellen, sind effektive Kommunikationsmaßnamen zur Sensibilisierung der Zielgruppen, günstige ge- setzliche und finanzielle Rahmenbedingungen für unternehmerische Aktivitäten sowie eine zielgerichtete Unterstützung der Gründungs- und Übernahmeinte- ressierten durch transparente Fördersysteme und hemmschwellenfreien Zu- gang zu möglichst neutralen Informations- und Beratungsleistungen erforder- lich.

Das Handwerk fordert verstärkte Anstrengungen der Politik, um Gründungen und Betriebsnachfolgen zu erleichtern. Die Sensibilisierung für das Thema Selbständigkeit ist dringend weiter auszubauen. Dabei sind potentielle Gründe- rinnen und Gründer frühzeitig anzusprechen, mit der Alternative „Unternehmer statt Arbeitnehmer“ zu begeistern und rechtzeitig durch geeignete Maßnahmenfür eine Selbständigkeit zu qualifizieren.

Es braucht einen neuen Denkansatz in der Politik: Selbständigkeit muss dauer- haft attraktiv gestaltet und in der Gesellschaft mit mehr Wertschätzung versehen werden. Gründungspolitik muss schon in den Kindergärten und Schulen begin- nen. Zugleich müssen die Karrieremöglichkeiten der beruflichen Bildung min- destens ebenso stark beworben werden wie die akademische Laufbahn.

WAS ZU TUN IST

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FAZIT

In der öffentlichen Kommunikation stehen Neugründungen im Vordergrund. Betriebsübernahmen sind jedoch als eine mindestens gleichwertige Gründungs- form anzusehen. Deshalb sollte die Übernahme gleichermaßen wie die Neu- gründung in der Förderung und der Kommunikation berücksichtigt werden.

Die Zugänge für Unternehmen-Starter müssen so einfach wie möglich sein: Die Starter-Center der Handwerksorganisation könnten noch einen weit umfassen- deren Service anbieten, wenn die für Gründungen relevanten Behörden sowie weitere wirtschaftliche Einrichtungen die Schnittstellen zueinander digital gestal- ten würden. Hier mangelt es insbesondere noch an der Abstimmung zwischen den Einrichtungen auf Landes- und auf Bundesebene.

Die für die Vermittlung kleinerer Betriebe bewährte Unternehmensbörse nexxt- change, die von allen Handwerkskammern gepflegt wird, muss optimiert wer- den. Sie muss verlässlich und neutral sein. Daher sollten gewinnorientierte Ein- richtungen, z. B. Unternehmensberatungsgesellschaften, zukünftig keine Regi- onalpartnerfunktion übernehmen können.

Für eine anzustrebende effektive Gründungsförderung muss die Beratungsför- derung des Bundes und der Länder schwellenfrei und unkompliziert sein. Der- zeitige Förderprogramme, die aufwendigen bürokratischen De-minimis- Beihilferegelungen unterliegen, müssen vereinfacht werden. Erforderlich ist auch ein neues effektives und unkompliziertes Beratungsinstrument, das Betrieben in Schwierigkeiten einen Neustart erleichtert. Eine sogenannte „Zwei- te Chance“ gehört unabdingbar zur Gründungsförderung.

Erfolgreiche Förderelemente, wie die in einigen Bundesländern angeboteneMeisterprämie bzw. Gründungsprämie, sind bundesweit einzuführen.

Eine zielgerichtete Politik zur Förderung von Gründungen ist ein unverzichtbarer Baustein einer modernen Wirtschaftspolitik, sie ist aber auch Gesellschaftspoli- tik. Das heißt: Sie muss über die klassische Wirtschaftspolitik hinaus durch eine passende Steuer-, Bildungs- oder Arbeitsmarktpolitik flankiert werden und die Möglichkeiten der Selbständigkeit gesellschaftspolitisch in ein neues Licht rücken. Dazu hat der ZDH in einem Positionspapier zahlreiche Vorschläge unterbreitet.

Stand: 30. September 2019 Verantwortlich: Dr. Peter Weiss Telefon: 030 20619 320

"Selbständigkeit attraktiv gestalten": Gründungspolitik aus Sicht des Handwerks

HINTERGRUND

Pro Jahr werden im Handwerk über 70.000 Unternehmen gegründet und mehr als 9.000 Betriebe übernommen. Wie in der Gesamtwirtschaft sind allerdings auch die Gründungszahlen im Handwerk seit einigen Jahren rückläufig. Auf- grund der sich abzeichnenden demografischen Entwicklung und des anhalten- den Trends zur Akademisierung ist absehbar, dass sich die Zahl der potenziel- len Gründer und Übernehmer und in der Folge die Zahl der Gründungen und Übernahmen – unabhängig von der Konjunkturlage – weiter verringern wird. Dies kann zu einer Schwächung der Wirtschaftskraft und in einzelnen Regionen sogar zu einer Mangelversorgung mit handwerklichen Leistungen für private, öffentliche und betriebliche Nachfrager führen. Um eine ausreichende Zahl von Gründungen und Übernahmen auch in Zukunft sicherzustellen, sind effektive Kommunikationsmaßnamen zur Sensibilisierung der Zielgruppen, günstige ge- setzliche und finanzielle Rahmenbedingungen für unternehmerische Aktivitäten sowie eine zielgerichtete Unterstützung der Gründungs- und Übernahmeinte- ressierten durch transparente Fördersysteme und hemmschwellenfreien Zu- gang zu möglichst neutralen Informations- und Beratungsleistungen erforder- lich.

Das Handwerk fordert verstärkte Anstrengungen der Politik, um Gründungen und Betriebsnachfolgen zu erleichtern. Die Sensibilisierung für das Thema Selbständigkeit ist dringend weiter auszubauen. Dabei sind potentielle Gründe- rinnen und Gründer frühzeitig anzusprechen, mit der Alternative „Unternehmer statt Arbeitnehmer“ zu begeistern und rechtzeitig durch geeignete Maßnahmenfür eine Selbständigkeit zu qualifizieren.

Es braucht einen neuen Denkansatz in der Politik: Selbständigkeit muss dauer- haft attraktiv gestaltet und in der Gesellschaft mit mehr Wertschätzung versehen werden. Gründungspolitik muss schon in den Kindergärten und Schulen begin- nen. Zugleich müssen die Karrieremöglichkeiten der beruflichen Bildung min- destens ebenso stark beworben werden wie die akademische Laufbahn.

WAS ZU TUN IST

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FAZIT

In der öffentlichen Kommunikation stehen Neugründungen im Vordergrund. Betriebsübernahmen sind jedoch als eine mindestens gleichwertige Gründungs- form anzusehen. Deshalb sollte die Übernahme gleichermaßen wie die Neu- gründung in der Förderung und der Kommunikation berücksichtigt werden.

Die Zugänge für Unternehmen-Starter müssen so einfach wie möglich sein: Die Starter-Center der Handwerksorganisation könnten noch einen weit umfassen- deren Service anbieten, wenn die für Gründungen relevanten Behörden sowie weitere wirtschaftliche Einrichtungen die Schnittstellen zueinander digital gestal- ten würden. Hier mangelt es insbesondere noch an der Abstimmung zwischen den Einrichtungen auf Landes- und auf Bundesebene.

Die für die Vermittlung kleinerer Betriebe bewährte Unternehmensbörse nexxt- change, die von allen Handwerkskammern gepflegt wird, muss optimiert wer- den. Sie muss verlässlich und neutral sein. Daher sollten gewinnorientierte Ein- richtungen, z. B. Unternehmensberatungsgesellschaften, zukünftig keine Regi- onalpartnerfunktion übernehmen können.

Für eine anzustrebende effektive Gründungsförderung muss die Beratungsför- derung des Bundes und der Länder schwellenfrei und unkompliziert sein. Der- zeitige Förderprogramme, die aufwendigen bürokratischen De-minimis- Beihilferegelungen unterliegen, müssen vereinfacht werden. Erforderlich ist auch ein neues effektives und unkompliziertes Beratungsinstrument, das Betrieben in Schwierigkeiten einen Neustart erleichtert. Eine sogenannte „Zwei- te Chance“ gehört unabdingbar zur Gründungsförderung.

Erfolgreiche Förderelemente, wie die in einigen Bundesländern angeboteneMeisterprämie bzw. Gründungsprämie, sind bundesweit einzuführen.

Eine zielgerichtete Politik zur Förderung von Gründungen ist ein unverzichtbarer Baustein einer modernen Wirtschaftspolitik, sie ist aber auch Gesellschaftspoli- tik. Das heißt: Sie muss über die klassische Wirtschaftspolitik hinaus durch eine passende Steuer-, Bildungs- oder Arbeitsmarktpolitik flankiert werden und die Möglichkeiten der Selbständigkeit gesellschaftspolitisch in ein neues Licht rücken. Dazu hat der ZDH in einem Positionspapier zahlreiche Vorschläge unterbreitet.

Stand: 30. September 2019 Verantwortlich: Dr. Peter Weiss Telefon: 030 20619 320

Quelle ZDH:KOMPAKT September 2019

 
 

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Martin, das zweite: 

...die SPD muss auch zur Partei der Selbstständigen werden.“  

Martin Schulz, FMG 10.2017 zur Erneuerung der SPD

Wenn wir die Hoffnung haben wollen, dass wir Europäer eine Bedeutung für die Welt haben, dann können wir das nur gemeinsam

Helmut Schmidt

Ein Zitat, dass auch in Zukunft Geltung haben muss:

"Die SPD ist mehr als der Betriebsrat der Nation! Wir müssen den Beweis erbringen für Wirtschaftskompetenz bei der SPD".

Sigmar Gabriel auf der Bundeskonferenz der AGS, Berlin, 28.03.2014

Dazu aus einem "Bild"-Interview am 31.7.2014: "Die SPD darf sich nicht damit zufrieden geben, für die soziale Seite der Gesellschaft zuständig zu sein"

 

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