AGS: Arbeitsgemeinschaft Selbständige in der SPD

Parteirart beschließt Jugend-Papier der Jusos

Jugend

Jusos forderten  mindestlohnorientierte Ausbildungsvergütung für Azubis:

AGS interveniert.

Der Parteirat der NRWSPD beschäftigte sich bei seiner Sitzung am 29.8.2015 schwerpunktmäßig mit einem Antrag der Jusos NRW: Perspektive und Teilhabe für junge Menschen. Mit dem Papier wird der Rahmen skizziert, den junge Menschen benötigen, um sich entfalten, privat und beruflich gute Perspektiven entwickeln und umfänglich gesellschaftlich teilhaben zu können.  Eine gut gelungene Arbeit, aber...

Aber: Der Teufel steckte im Detail!

Insgesamt ist den Jusos ein gutes Papier gelungen, was Perspektiven und Teilhabe für junge Menschen umfänglich und detailliert behandelt. Dafür gilt den Jusos ein großes Lob!

Mit einer kleinen, aber bedeutenden Einschränkung gilt das auch für das Kapitel: Gute Ausbildung“. Dort beklagen die Jusos, dass 27 % der Auszubildenden eine Nebentätigkeit nachgehen müssen, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen.  Ein Umstand, der auch für viele Studenten gilt. Einen Ausweg aus dieser finanziellen Situation sehen die Jusos in der Einführung einer Mindestausbildungsvergütung, die sich am Mindestlohn orientiert. Das wäre allerdings das Ende der dualen Ausbildung in Deutschland, ein System, um das uns alle Welt beneidet, das für das größte Angebot an Ausbildungsplätzen in Deutschland sorgt und ein Grund für die geringe Jugendarbeitslosigkeit  bei uns ist. Die Ausbildungsvergütung im Handwerk ist keine Entlohnung für acht Stunden produktive Arbeit ! Sie ist eine Vergütung für einen produktiven Anteil an Arbeitszeit, der andere Teil dient der  Ausbildung und verursacht für den Betrieb erhebliche Kosten. Die Entlohnung steigt mit dem Anteil geleisteter produktiver Arbeit und dem damit verbundenen geringer werdenden Aufwand für Ausbildung. Die Handwerksbetriebe finanzieren die Ausbildung ihres Nachwuchses Weitgehend selbst,  ohne dafür vom Staat alimentiert zu werden, wie z.B. Hochschulen.  Dabei bilden sie über den eigenen Bedarf hinaus zum Nutzen unserer Volkswirtschaft aus. Sollte sich die Ausbildungsvergütung am Mindestlohn orientieren müssen, wäre das mit dem Ende des Dualen Systems verbunden. Dieses System ist durch den Staat nicht ersetzbar, wie man im Ausland sehen kann. Die Folge wäre Jugendarbeitslosigkeit und ein spürbarer Rückgang an beruflicher Bildung unserer Jugend.  Die Auswirkungen ihres Antrags sind wohl von den Jusos nicht ausreichend bedacht worden.  Und auch der Parteirat wollte keinem Beschluss zustimmen, der das Ende des Dualen System bedeutet hätte. Das wäre auch Auslöser für ein verheerendes Medienecho geworden. Die dargestellten Bedenken trug der Vorsitzende der AGSNRW, André Brümmer vor.  Auch die Antragskommission hatte die von den Jusos gestellte Forderung wohl als „Sprengstoff“ erkannt. Ende gut, alles gut: Beschlossen wurde: „Wir brauchen eine Diskussion über eine Mindestausbildungsvergütung“, mit Zustimmung der Jusos. An dieser Diskussion werden wir uns beteiligen. Es wäre denkbar, die auch der Volkswirtschaft dienende Ausbildung im Handwerk durch gezielte Aufstockung durch den Staat an die nachvollziehbaren Bedürfnisse von Azubis anzupassen.

Ärgerlich ist, der AGS aus Kreisen der Partei Ablehnung des Mindestlohns nachzusagen, wie uns zugetragenen wurde. Die AGS hat sich von Anfang an für einen flächendeckenden Mindestlohn für Arbeitnehmer eingesetzt.  Kritisiert wurde von uns nur die Ausführung. Die inzwischen erfolgten Änderungen geben uns im Nachhinein Recht!