AGS NRW

Wohlstand für alle- auch in Zeiten der Digitalisierung?

Veranstaltungen


v.li.n.r:Prof. A.Wambach, P.Peters, Dr. M.Henze, C.Kerkmann

Düsseldorf, 9.1.2019: Die Handwerkskammer hat zu einer Jahres- Auftakt- Veranstaltung mit Prof. Achim Wambach eingeladen. Die AGS wurde durch ihren Ehren- Vorsitzenden  Andre Brümmer vertreten. Thema des Abends: Veränderungen unserer Wirtschaft durch die Digitalisierung.  

Aus der Einladung:

"Wohlstand für alle" war Ludwig Erhards erfolgreiches Versprechen der Sozialen Marktwirtschaft. Aber gilt dieses Versprechen auch noch in Zeiten der Digitalisierung, in der Daten zur wichtigsten Währung gewordensind und Marktstrukturen und Eigentumsverhältnisse in atemberaubender Geschwindigkeit umgekrempelt werden? Braucht es ein "Update" der Sozialen Martktwirtschaft mit neuen Ordnungsregeln, die Verantwortung einfordern und für einen innovativen und wohlstandsfördernden Wettbewerb sorgen? Diese Fragen wollen wir zum Jahresaiuftakt 2019 mit Professor Achim Wambach Ph.D., dem Direktordes renommierten Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim und Vorsitzenden der Monopolkommission diskutieren. Professor Wambach hat in seinem neuen Buch "Digitaler Wohlstand für alle" konkrete Vorschläge zur Weiterentwicklung des Wettbewerbsrechts in der digitalen Wirtschaft unterbreitet, die auch aus Sicht von Handwerk und Mittelstand für die Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft wegweisend sind. 

Andreas Ehlert                             Dr. Axel Fuhrmann

Präsident                                     Hauptgeschäftsführer

Eigener Bericht zum Verlauf der Veranstaltung:

Andreas Ehlert begrüßte die zahlreichen Gäste aus Wirtschaft und Politik. Er betonte, Digitalisierung sei ein breit diskutiertes Thema, das gelte aber nicht für die ordnungspolitischen Komponenten der Digitalisierung. Im Handwerk sei Digitalisierung ein tägliches Thema. Es sei daher Mitgestalter. "Geregelte Märkte bleiben wichtig", so Ehlert. Daher müssten neue Regeln gesetzt und durchgesetzt werden.

Professor Wambach stellte zu Beginn seines Beitrags die These auf, dass die Digitale Marktwirtschaft die bisherigen Strukturen auf den Kopf stellt. Als neue Marktformen nannte er Plattformökonomie und Datenökonomie.   

Dazu verglich er:

  1. Charakteristika der Sozialen Marktwirtschaft
  • Preise als zentrales Allokationsinstrument
  • Privateigentum
  • Fairer Wettbewerb
  • Sozialpartnerschaft

und 

  1. Charakteristika der Digitalen Marktwirtschaft
  • Daten als Zahlungsmittel
  • Sharing Economie
  • Monopole
  • Clickworkertum

Für Prof. Wambach erleben wir einen großen Paradigmenwechsel: Vom Markt- Kapitalismus zu den „Kollaborativen Commons“.

Am Beispiel von Taxi- und Hotelbetrieben der bestehenden Märkte, hin zu Uber und airbnb, als Digitale Markteintreter erklärte Wambach veränderte Marktbedingungen.

Prof. Wambach sieht durch die die Digitalisierung eine Entwicklung zu mehr Monopolisten. Diese Entwicklung beinhalte die Gefahr zu mehr und neuen Missbrauchs- Formen, aber auch Chancen.

Missbrauch von Marktmacht würde lt. Wambach vom Kartellamt erfolgreich bekämpft, Beispiel: Internetmonopolisten wie Amazon, HRS, Googleu.a.. Die fortgesetzten Novellierungen des GWB (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen) seien dabei ein hilfreiches Mittel. 

Die Veränderung des Arbeitsmarktes durch Digitalisierung sei bei Routine- bzw. automatisierbaren Tätigkeiten besonders groß. Ein Arbeitsplatz beinhalte aber meist mehrere Tätigkeiten, die in unterschiedlicher Weise gefährdet seien. Dabei habe sich bisher die Deutsche Wirtschaft als erheblich flexibler gezeigt als die der USA. 

Routinetätigkeiten gäbe es auch im Mittelstand. Aber der habe sich als besonders flexibel und damit als gut aufgestellt für die Zukunft erwiesen.

Eine große Rolle spiele die Qualifizierung von Arbeitskräften. Das Problem sei, dass Inhalte notwendiger Qualifizierungen bisher noch zu unklar seien.

Es folgte eine Gesprächsrunde, an der neben Prof. Wambach auch

Dr. Michael Henze (Leiter der Abteilung Digitalisierung und Wirtschaftsförderung im NRW- Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie) und 

Patrick Peters(Geschäftsführer der KKLKlimatechnik-Vertriebs GmbH Düsseldorf) teilnahmen. Moderiert wurde durch Christof Kerkmann(Redakteur beim Handelsblatt).

Die Beiträge,zusammengefasst:

Dr. Henze beschrieb, dass je kleiner die Betriebe seien, desto größer seien die Probleme mit der Digitalisierung. In Zeiten voller Auftragsbücher sei kaum Zeit, sich damit auseinanderzusetzen. Die Sorge von Dr. Henze ist, dass bei einem Abschwung Gefahr für bisher bestehende analoge Nischen bestehe Hier gelte es, eine Bewusstseinsbildung zu fördern und Hilfe anzubieten. 

Ein positives Beispiel für gewachsenes Bewusstsein sei die EU- DSGV (Datenschutz-Grund-Verordnung). Dieses Bewusstsein gebe es für Wettbewerbspolitik bisher nicht. Sein Ministerium fördere Innovation und gebe zur Hilfe einen „Digital- Gutschein“ aus. Weitere Maßnahmen seien geplant.

https://www.nrwbank.de/de/foerderlotse-produkte/Mittelstandinnovativ-Innovations-und-Digitalisierungsgutschein/15212/produktdetail.html

Prof. Wambach sieht das Handwerk als „Vertrauensmacht“. Plattformen beinhalten seiner Meinung nach Potentiale zur Anwerbung neuer Kunden. Diese Plattformen müssten aber transparent arbeiten. 

Als verbesserungsfähig sieht Wambach das E- Government (s.:NRW)

in Deutschland.

Patrick Peters sieht den „Meister- Zwang“ als wichtigen Baustein an für die Qualitätssicherung. Der Zulauf zu Portalen sei bisher überschaubar. 

Portale seien nicht für alle Gewerke geeignet und beinhalten die Gefahr unsachlicher Bewertungen. Er kritisierte niedrige Datengeschwindigkeiten als großes Hemmnis bei der erfolgreichen Digitalisierung.

Die Veranstaltung endete mit einem Schlusswort, vorgetragen vom neuen Hauptgeschäftsführer der HWK Düsseldorf, Prof. Hans-Jörg Hennecke, der den Teilnehmern dankteEr wies auch auf einen Versuch des lokalen Handwerks in Essen hin, eine Plattform zu betreiben. 

Weitere Gesprächsmöglichkeiten gab es bei einem Ausklang bei Getränken und Gebäck. 

 

Fazit: Ein besonders Angebot der Düsseldorfer Handwerkskammer, das Thema „Digitalisierung“ mal aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten. Das ist gut gelungen. Danke!

 
 

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Zitat(e) des Monats:

 "Europapolitik muss im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern entstehen. Wir brauchen eine Debatte über den richtigen Weg in Europa"

Martin Schulz

Martin, das zweite: 

...die SPD muss auch zur Partei der Selbstständigen werden.“  

Martin Schulz, FMG 10.2017 zur Erneuerung der SPD

Wenn wir die Hoffnung haben wollen, dass wir Europäer eine Bedeutung für die Welt haben, dann können wir das nur gemeinsam

Helmut Schmidt

Ein Zitat, dass auch in Zukunft Geltung haben muss:

"Die SPD ist mehr als der Betriebsrat der Nation! Wir müssen den Beweis erbringen für Wirtschaftskompetenz bei der SPD".

Sigmar Gabriel auf der Bundeskonferenz der AGS, Berlin, 28.03.2014

Dazu aus einem "Bild"-Interview am 31.7.2014: "Die SPD darf sich nicht damit zufrieden geben, für die soziale Seite der Gesellschaft zuständig zu sein"

 

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